Kleidersammlung Bethel

24. September bis 28. September 2018


Abgabestellen:

Ev. Kirche Baumholder, Kirchstraße 12, 55774 Baumholder
Kirche Ruschberg, Hauptstraße, 55776 Ruschberg

Zum Nachdenken

Liebe Gemeinde,

haben Sie heute schon jemandem ein Lob geschenkt?

Haben Sie heute schon jemandem gesagt, was er Gutes getan hat?

Ein Lob, geschrieben oder gesprochen, schafft Veränderungen bei meinem Gegenüber. Dieser Mensch fühlt sich wahrgenommen. Sein Handeln, seine Worte werden für gut befunden. Dabei kann ein Lob sich ruhig auf eine Situation beziehen, die schon jahrelang zurückliegt. Für ein Lob gibt es kein Verfallsdatum. Eine positive Rückmeldung setzt Energie frei. Ein Glücksgefühl durchdringt den Körper und ist Balsam für die Seele. Ein Lächeln wird mir zurückgeschenkt und vielleicht auch eine herzliche Umarmung.

Ja, ein Lob verändert Menschen. Wenn ich das Gute im Menschen benenne, tritt es bewusst hervor und es erwacht zum Leben.

Aber nicht nur an meinem Gegenüber bewirkt das Lob eine positive Veränderung. Auch mir schenke ich mit dem Lob etwas Gutes. Ich besinne mich darauf, dass mir der Mensch wichtig ist. Ich schenke ihm meine Beachtung und erinnere mich unserer beider Begegnungen. Mein Gegenüber hat mir und anderen ein Geschenk gemacht und dafür schenke ich ihm ein Lob.

Im Psalm 103, 2 heißt es:

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

Auch Gott verdient unser Lob. Vieles hat er uns geschenkt. Die Natur ist voller Wunder. Da ist die Sonne, die morgens aufgeht. Da sind die Vögel, denen ich morgens im Bett lausche. Da sind die Menschen, die mich umarmen und ein Lächeln schenken … Gott ist da, an jedem Tag und wenn ich ihm meine Gedanken schenke, wenn ich bei ihm bin, wenn ich mich an ihn erinnere, dann kann ich gar nicht anders, als ihm für alle Geschenke zu danken und zu loben.

Manchmal muss man Dinge benennen, damit sie für sich selbst real werden.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch eine wunderbare Landschaft. Ihre Augen sind auf den Boden gerichtet und Sie unterhalten sich mit ihrem Nachbarn über die Weltpolitik. Dabei versäumen Sie, Ihre Seele aufzutanken. Sie schenken der Natur keine Sekunde, obwohl Sie diesen Ausflug bewusst ausgesucht haben. Heben Sie den Kopf, schauen Sie sich um und loben Gott für die Schönheit der Natur. Benennen Sie, was sie sehen. Das Lob weckt das Leben, das in der Natur schlummert. Das Lob entwickelt eine Kraft, die uns alle nach vorne treibt.

Wer an Gott glaubt ohne ihm Beachtung zu schenken, wird Gott nicht richtig in seinem Herzen tragen können. Dieser Mensch hat keine Begegnungen mit Gott, die ein echtes Lob hervorbringen könnten.

Gott möchte, dass wir uns jeden Tag an ihn erinnern. Er möchte, dass wir dabei zurückblicken, uns erinnern. Er möchte aber auch, dass wir die Gegenwart auf uns wirken lassen. Wenn wir das mit wachen Augen und Verstand schaffen, werden wir mit unserm Lob nicht zurückhalten können. Und Gott? Was ist dann mit Gott?

Er freut sich. Er freut sich über unsere Begegnung mit ihm und macht sich mit uns gemeinsam auf einen Weg.

Das ist wunderbar und mein Lob ist Gott gewiss.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit,

Ihr Andreas Duhrmann