Welcome to Evangelische Kirchengemeinde Baumholder   Text anhören Welcome to Evangelische Kirchengemeinde Baumholder

Die Kinder Kita bekanken sich beim AWO-Seniorenzentrum

In der Vorweihnachtszeit erreichte die Evangelische Kita eine Weihnachtskarte vom AWO-Seniorenzentrum Baumholder, der eine Geldspende beigelegt war.
Als Dankeschön haben die Kinder der Notgruppenbetreuung fleißig gebastelt.
Zusammen mit einer Erzieherin brachten sie das Geschenk an das Seniorenzentrum.
Das Kita-Team und die Kinder bedanken sich auf diesem Weg noch einmal für die Zuwendung!

 

Zum Nachdenken

Liebe Gemeinde,

im Oktober beginnt für mich allmählich die Zeit der Weihnachtseinkäufe. Ich bummle durch Städte, schaue in Schaufenstern und überlege, was ich wem schenken kann. Dabei begegnen mir natürlich auch die Obdachlosen, die aus manchen Innenstädten ja gar nicht mehr wegzudenken sind. Und obwohl ich mich als sozialen Mensch bezeichnen würde, dem die anderen nicht egal sind, schaue ich gerade bei diesen Menschen am Rand der Gesellschaft häufig weg und entschuldige das gedanklich vor mir selbst: Der Obdachlose müsste in Deutschland gar nicht obdachlos sein, und man hat ja schon viel von irgendwelchen Betrügern gehört und überhaupt würde er mein Geld, das in den letzten Jahren zu Studienzeiten ja auch nicht üppig war, vermutlich schneller in Alkohol und Zigaretten investieren, als ich gucken kann. Ab und zu gebe ich dann jemandem doch zwei Euro – gerade dann, wenn ich besonders viel Geld für Geschenke ausgegeben habe, vermutlich um mein Gewissen zu beruhigen. Und in diese Haltung von mir, dem Misstrauen gegenüber den Ärmsten der Armen grätscht die Losung zum Monat Dezember rein:

„Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“ (Jes 58,7)

Da steht nicht: Gib dem der nichts hat verschämt etwas Geld und geh weiter. Da steht etwas von gemeinsam essen, einem gemeinsamen Abend und Kleidung geben. Es geht um Fürsorge. Und letztlich ist genau die Fürsorge das, was wir am seltensten den Armen gegenüber aufbringen. Jesaja betrachtet durch die Fürsorge den Armen als ein Geschöpf auf Augenhöhe. Man soll sich um ihn kümmern, aber nicht durch nur ein paar Euro, die achtlos in den Becher geworfen werden, sondern auch durch nette Worte, die Respekt zeigen. Und das sollten wir uns vielleicht für unseren Umgang miteinander und ganz besonders mit den Menschen, an denen wir gerne vorbeisehen, zu Herzen nehmen: Sich um Arme kümmern hört nicht mit 2€ auf, sondern eine kurze
Unterhaltung ist genauso viel wert. Vielleicht isst man sogar zusammen etwas vom Bäcker und lässt so einen Moment von Gemeinschaft entstehen und gibt so das dem anderen das Gefühl, als Mensch wahrgenommen zu werden.

Lieber Leser*in, die vor uns liegende Zeit ist die der Liebe. Nehmen Sie meinen Anstoß mit: Gott lädt uns ein alle Menschen zu lieben, auch den Armen, den wir nicht kennen. Und jeder Akt der Fürsorge ist einer der Liebe, den Sie womöglich für nicht so wichtig erachten, der für Ihr Gegenüber allerdings die Welt bedeuten kann.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit!

Ihre Dorothea Schmidt

Text anhören